27
FEBR
2021

Was Ikea mit dem Impfen zu tun hat...

Am Mittwoch war ich mit meinem Vater im Corona-Impfzentrum in Erkelenz. Er ist fast 83 und hat die Impfung mit Biontech/Pfizer sehr gut überstanden. Er hat nach eigener Aussage kaum etwas vom Impfen gemerkt und hatte auch keine spürbaren Impfreaktionen.

Die erste Hürde war jedoch, überhaupt einen Impftermin zu bekommen. Nachdem die Telefonleitung den ganzen Tag lang überlastet war, ist es mir abends über die Homepage gelungen, einen Termin zu bekommen. 

Das ganze Verfahren ist meiner Meinung nach als „unzureichend“ zu bewerten. Es gibt doch so viele Profis in unserem Land. Warum hat man die nicht mal rangelassen? Ich bin zig mal aus dem Programm geflogen, einmal hatte ich es bis zur Terminvergabe geschafft, dann war ich wieder draußen. Ja, ich weiß. Wir sind alle zum ersten Mal in dieser Pandemiesituation. Aber sind wir auch gerade erst in der Online-Anmeldung-Welt? Es gibt doch so viele Portale, wo Profis dafür Spitzen-Lösungen haben. (Eventim ist sicher eine gute Adresse dafür!) Nun gut. Bis ich meine Mutter dann anmelde, muss ich mir wohl auch noch eine zweite Mailadresse zulegen. *kein Witz*

Die Lage des Impfzentrums würde ich auch als suboptimal bezeichnen. Zentral ist das nicht. Aber immerhin gibt es seit Mittwoch einen Parkplatz für alle, die ihre Eltern nun zum Impfen befördern müssen. Es war natürlich nicht viel Zeit, um das Impfzentrum aus dem Boden zu stampfen. Dafür funktionieren die Abläufe schon ziemlich gut. 

Abschreckend war für mich lediglich die „Security“ am Eingang, die mich erst einmal anfuhr, ob ich keinen anderen Mundschutz hätte. (Ich trug einen medizinischen Mund-Nasenschutz).

In den offiziellen Informationen sind ein paar Fehlinformationen, aber auch da sind wir großzügig. Die Freude darüber, dass nun ein wichtiger Mensch in unserer Familie geschützt ist, überwiegt. Die Adresse zur Anfahrt stimmt nicht (ist ja auch nicht wichtig…) und man benötigt entgegen der Infos keine Krankenkassenkarte. 

In zwei großen Kirmeszelten sind die Wartebereiche, einer vor der Impfung und einer nach der Impfung. Da überkam mich beim Warten schon ein wenig Wehmut. Aber wo sollen die Zelte nun auch mangels Veranstaltungen sonst stehen? 

Die ganzen Prozesse sind generalstabsmäßig organisiert, ein bisschen militant. Aber das können wir ja in Deutschland. Wenn auch alles andere nicht klappt. Schlangen bilden und alles streng nach Reihenfolge und Nummer! 

Das Personal des Roten Kreuzes, das medizinische Personal – allesamt ausnahmslos nett und den Menschen zugewandt. Auch wenn es an diesem Tag zu langen Wartezeiten kam, weil der Impfstoff nicht nachkam. 

Eine sehr schöne Idee war es,  am Ende im Wartezelt nach der Impfung den Patienten eine Eieruhr für die Wartezeit zu geben. Vielleicht würde ein bisschen Musik auch gut tun…? 

Fürs erste würde ich sagen: Mission erfüllt. 

Aber wie schön wäre es, wenn wir diesen Impfstau überwinden könnten. Ich sehne die Zeiten der Herdenimmunität herbei. 

Und auch hier frage ich mich: Wieso hat man nicht Profis da ran gelassen. Sorry, ich halte Herrn Spahn da nicht für geeignet. 

Nachdem ich neulich einen Blitzeinkauf  bei Ikea gemacht habe mit Click&Collect, der so tippi toppi organisiert war, dass wir in einer Viertelstunde ohne einen einzigen direkten Kontakt den ganzen Anhänger mit Möbeln vollgeladen hatten, meinte meine Freundin Anja: Die hätte man das mit dem Impfen organisieren lassen sollen. Die haben das drauf mit Logistik und so.

Da kann ich ihr nur zustimmen. 

In Israel, habe ich dann diese Woche gelesen, werden die Menschen sogar bei Ikea geimpft. 

 

In diesem Sinne, bleibt gesund und lasst euch bitte alle impfen, wenn ihr dran seid.

Eure

Andrea

Warum es so still war...

Lange habe ich auf diesem Kanal nichts von mir hören lassen.

Dafür gab es einige Gründe, auf die ich in meinem heutigen Blogbeitrag gerne eingehen möchte. Denn es ist keineswegs so, dass es nichts zu erzählen gäbe. In der konstituierenden Sitzung des Kreistages Heinsberg am 03.11.2020 wurde ich zur 2. Stellvertretenden Landrätin gewählt. Ich empfinde dies als große Ehre und auch als Bestätigung meiner Arbeit – über unsere Parteigrenze hinaus. 

Weiterhin gehöre ich dem Kreisausschuss, dem Schulausschuss und dem Jugendhilfeausschuss an. 

Durch die Corona-Pandemie ist jedoch auch das politische Leben stark eingegrenzt. Viele Sitzungen findet nicht statt oder werden in Online-Formaten durchgeführt. Viele Entscheidungen werden vom Kreistag auf den Kreisausschuss delegiert und so sind die Möglichkeiten der politischen Diskussion im Moment eher klein. Krisenmodus ist angesagt. 

Was jedoch keineswegs heißt, wir hätten nicht gute Vorschläge.

Aber in Angesicht der vielfältigen Aufgaben, die mich sonst in den letzten Monaten in Anspruch genommen haben, war das vielleicht schon gut so. 

Im November nämlich hatte meine Mutter einen Schlaganfall. Das war für uns alle ein großer Schock. Sie war uns sonst immer eine große Stütze, hat ihre Leben agil und voller Tatendrang gestaltet und war nun von einem auf den nächsten Moment auf Hilfe angewiesen. 

Nach dem Krankenhausaufenthalt und einer Reha-Maßnahme geht es ihr schon wieder ein wenig besser. Aber die Einschränkungen - unter anderem eine Lähmung der rechten Seite und eine Aphasie – sind immer noch herausfordernd. Ich zolle meiner Mama allergrößten Respekt, wie positiv sie mit ihrer Situation umgeht und wie motiviert sie jeden Tag übt. Sie versucht mittlerweile wieder, ganz viel selbständig zu erledigen. Sie ist einfach eine Power-Frau! 

Und auch mein Papa, der schon stolze 82 Jahre alt ist, hat sich richtig gut in seine neue Rolle eingefunden und hilft, wo er kann. 

Für uns als Familie stand die Zeit ein paar Wochen lang ganz still. Und ich hatte auch nicht die Muße, meine Gedanken aufzuschreiben. 

Daneben ist nämlich auch noch unser neues Haus fertig geworden und wir haben einen Umzug gestemmt. Der Lockdown und die Kontaktbeschränkungen sind da auch eher erschwerend ins Gewicht gefallen. So haben wir dann erst einmal alles in das neue Haus gebracht und haben dann das alte Haus geräumt. Insgesamt haben wir 6 Container mit Sperrmüll befüllt. Es waren ein Dachboden, ein Keller, eine Scheune und diverse Ställe leer zu räumen.

Langeweile gab es also in den letzten Wochen nicht. 

Dienstlich hatte ich auch noch Aufgaben zu bewältigen – wie zum Beispiel online-Unterricht und Konferenzen, die Zeugnisse und Elterngespräche. 

Und dann noch meine beiden eigenen Kinder im Home-schooling.

Wenn es also etwas ruhiger hier war in den letzten Wochen – seht es mir nach.

Ich habe schon einige Ideen, welchen Themen ich mich in Zukunft hier widmen werde. Seid gespannt. 

In diesem Sinne: Kommt gut durch den Wintereinbruch und bleibt gesund!


Eure Andrea 

 

 

www.spd-heinsberg.de/2020/11/03/andrea-reh-zur-stellvertretenden-landraetin-des-kreises-heinsberg-gewaehlt/

03.11.2020

Corona-Geschichten - Meine Geschichte im Buch von Frau Heim

Ich habe mich mit einer Geschichte an der Veröffentlichung von persönlichen Geschichten aus der Corona-Zeit von Frau Ingrid Heim beteiligt. Gerne stelle ich sie auch hier zur Verfügung.

Omama

Meine Oma liebte das Leben. Ich erinnere mich daran, wie wir sie – als ich ein Kind war – vom Flughafen abholten. Mit einem großen Strohhut kam sie winkend und gutgelaunt aus Mallorca zurück, wo sie mit ihrem Mann die Wintermonate verbracht hatte. Einen ganzen Koffer voller Souvenirs packte sie dann aus mit allerhand Lederwaren. Und mit selbstgestrickten Pullis für alle Enkel.

Meine Oma liebte Gesellschaft. Sie war immer umgeben von vielen Menschen. Gerne saß sie mittendrin im Trubel, hat gelacht und gewettert, sie war nicht zu überhören.„Ich sage immer meine Meinung geraderaus“, sagte sie dem Reporterteam, das sie anlässlich ihres 95. Geburtstages im Jahr 2018 besuchte. Sie war ganz und gar eine starke Frau. 

Meine Oma liebte auch die Männer. Aber darüber ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Sie hat fünf Töchter von fünf verschiedenen Männern geboren. Sie hatte 13 Enkel und Enkelinnen und 18 Urenkel und Urenkelinnen.

Ihre letzten Jahre verbrachte sie im Altenheim. Hier war sie unter Leuten, hatte immer jemanden zum Quatschen oder Kartenspielen. Und wenn es ihr zu langweilig wurde, machte sie sich mit dem Rollator auf den Weg. Dies brachte demPersonal und auch uns Angehörigen viele Schweißperlen ein.

In den letzten Wochen hatte sie stark abgebaut. Erfreute sie sich bis rund um das 90. Lebensjahr noch guter Gesundheit und war auch noch fit im Kopf, fiel ihr alles zunehmend schwerer. Sie wurde zunehmend dement und baute körperlich ab. Eines Morgens fanden sie die Pfleger apathisch im Bett. Es war Ende März 2020 und das Coronavirus hatte sich seinen Weg in den Kreis Heinsberg gebahnt. Ein Besuch im Altenheim war da schon nicht mehr möglich. Sie hatte auch Durchfall. Corona?

So kam sie in ein naheliegendes Krankenhaus und wurde dort zunächst auf der Isolierstation untergebracht. Ganz allein. Es wurden medizinische Maßnahmen eingeleitet und sie erholte sich gut. Sicherlich hatte auch ein Flüssigkeitsmangel zur ihrem schlechten Zustand geführt. Der Corona-Test war negativ, die Patientin wurde zusehends mobiler. So mobil, dass sie nachts hinfiel. Oberschenkelhalsbruch. Es war ja auch niemand bei ihr, der sich um ihre Bedürfnisse hätte kümmern können. Niemand, der ihr hätte etwas anreichen können oder der sie ermahnt hätte, nicht aufzustehen.

Eine schwierige und belastende Operation wurde durchgeführt. Sie „überlebte“. Blieb aber weiterhin allein. Kein Besuch erlaubt. Ein paar Tage später dann die Rückführung in das Altenheim. Aber auch hier kam sie auf die Isolierstation. Sie war ja außerhalb des Altenheims gewesen. Allein auf einem für sie neuen Zimmer. Alleine. Immer noch. Der Zustand für alle kaum auszuhalten. Zuletzt für meine Oma.

Am 19. April war ihr Geburtstag. Sie wurde 97. Ob man wenigstens dann zu ihr dürfe? Keine Chance. Die Kinder  - ihr Töchter – sangen vor dem Fenster. Das gab großen Ärger mit der Heimleitung. Rüffel.

Wie soll man in einer solchen Situation Lebensmut bewahren?  In Isolationshaft. Ohne menschliche Ansprache? Ohne Gesellschaft?

Sie ist dann gestorben. Ein paar Tage später, am 29.04. . Bei der letzten Ölung durfte meine Tante mit ins Zimmer. Meine Mutter stand vor dem Fenster und schaute traurig von draußen zu. 

An ihrem Todestag durften die fünf Töchter jeder noch einmal kurz zu ihr. Nacheinander. Ein Corona-Abschied. Da war sie aber schon nicht mehr in der Lage, sie wahr zu nehmen.

Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen. Es ist, wie es ist. 

Aber immer wenn ich jetzt solche Fragen lese, wie: „Ist jemand nun an Corona oder mit Corona verstorben?“  rührt sich etwas in mir. Meine Oma war nie corona-positiv und ist nun doch an Corona verstorben. Aus Einsamkeit. 

Natürlich hatte sie ein langes und erfülltes Leben. Natürlich wäre sie – wahrscheinlich in nicht allzu langer Zeit – verstorben.  Aber dieses einsame, würdelose Sterben in der Corona-Zeit hätte ich ihr gerne erspart. Ihr, die sie die Menschen und die Gesellschaft immer so liebte. 

Andrea Reh, Gangelt-Harzelt

"Ich war das erste schwangere Kreistagsmitglied. 
Und bin es bis heute geblieben."

Frauen in die Politik? Ja!

QUOTE?   

Als Frau im Kreistag – als Frau Politik machen 

Seit 2009 bin ich Kreistagsmitglied im Kreistag Heinsberg. Wenn ich dort in die Runde schaue, sehe ich viele Männer. Viele von den Männern haben ihren 50. Geburtstag weit überschritten. Ich schätze viele von diesen Männern sehr. Pflege mit Ihnen einen respektvollen Umgang, egal ob sie meiner eigenen Fraktion entstammen. Ich halte viele von ihnen für kompetent. Was sollte daran also schlecht sein, wie der Kreistag zusammengesetzt ist? Unweigerlich laufen diese Fragen auf die Frage zu: braucht es eine Frauenquote?

Bis zu meinem eigenen Eintritt in den Kreistag hätte ich darauf ganz deutlich mit „Nein“ geantwortet. Ich entstamme einer Familie, in der die Frauen immer schon das machen durften, was Männer machen. Ich wurde dazu erzogen, meine Meinung zu sagen, aber auch, ein Regal mit dem Bohrer selbst anzubohren. Bei uns zuhause mussten aber auch meine Brüder das Bad im Wechsel mit mir putzen. Ich war der Meinung, es gäbe keine Einschränkungen oder Beschränkungen für Frauen. Warum sollte es das geben? Frauen dürfen alles und können alles. Oder? Natürlich können Frauen auch Politik. Nach nun rund 11 Jahren im Kreistag sehe ich das ein wenig differenzierter und auch anders. Am Tag nach meiner ersten Kreistagssitzung im Jahr 2009 habe ich meine zweite Tochter auf die Welt gebracht. Ich war das erste „schwangere“ Kreistagsmitglied. 

Und bin es bis heute geblieben.

Der Frauenanteil im Kreistag ist mit 20.4 % noch sehr gering. Im Vergleich zu manchen Führungsetagen deutscher Firmen ist das schon besser, aber von einer paritätischen Besetzung ist das weit entfernt. Besonders vor dem Hintergrund, dass der Frauenanteil im Kreis Heinsberg bei 50,5% liegt. Der Grund dafür ist eindeutig.

Nur die Grünen, die Linken und wir, die SPD, haben derzeit eine bindende Frauenquote. Derzeit liegt die Frauenquote bei der SPD im Kreistag bei 41,7 %, bei der CDU bei nur 7,1 %. Für die diesjährige Kommunalwahl wurden unsere Listenplätze abwechselnd mit Männern und Frauen besetzt.

„Aber was ist denn daran schlimm?“, kann man fragen? „Es geht doch nur um die Kompetenz!“, höre ich die Männer oft sagen. Und auch manche Frauen. Oder: „Die Frauen möchten ja gar nicht.“ Was daran schlimm ist? Wie soll denn eine Politik die Interessen der Familien oder Frauen vertreten, wenn es gar keine Frauen gibt, die sich dafür einsetzen? Wie können denn Männer über 60 beurteilen, ob die jungen Frauen Beruf und Kinder unter einen Hut bekommen? Wie soll sich denn etwas ändern an der Vereinbarkeit von Politik und Beruf, wenn nicht Frauen dafür eintreten und Veränderungen anstoßen?

Sitzungen finden oft zu Zeiten statt, in denen Kinder betreut werden müssen. Abends, auch schon mal am Wochenende. Es ist allzu nachvollziehbar, dass berufstätige Mütter dann lieber bei ihren Kindern sind. Wieso nicht eine Sitzung am Morgen, oder dann, wenn die eigenen Kinder noch betreut sind? Wieso nicht eine Betreuungsmöglichkeit im Kreishaus für die Kinder der Kreistagsmitglieder? Wieso nicht Besprechungen als Videokonferenz?

Immerhin hat die Verwaltung mittlerweile einen Terminkalender ausgegeben, bei dem die Termine für ein ganzes Jahr feststehen. Ich könnte wetten, da hatte eine Frau die Finger im Spiel. Eine Kreisausschusssitzung am Nikolausabend? Alles schon da gewesen. Da überlasse ich jedem selbst die Bewertung, ob das familienfreundlich ist.

Ich verzichte hier auf eine Diskussion darüber, ob Mütter überhapt berufsttätig sein sollten. Ich respektiere das absolut, wenn Mütter zuhause bleiben und nicht arbeiten gehen. Aber in meinem Weltbild ist es selbstverständlich, dass unsere gut qualifizierten Mütter ihrer Arbeit nachgehen. Wir brauchen sie als Gesellschaft an ihrem Platz. Und auch für sie persönlich geht es dabei nicht um „Selbstverwirklichung“, sondern um ein Grundrecht.

Aber es geht nicht nur um organisatorische Fragen. Es geht auch um Themen.

Ich freue mich sehr, dass die Ministerin Scharrenbach in dieser Woche im Kreis Heinsberg war und einen Zuwendungsbescheid für die Einrichtung der Frauenberatungsstelle mitgebracht hat. Damit gibt es nun auch im Kreis Heinsberg als letztem Kreis in NRW eine Frauenberatungsstelle. Gemeinsam mit den Grünen haben wir im Dezember 2018 einen Antrag auf Errichtung einer Frauenberatungsstelle gestellt. Dieser Antrag wurde von der CDU mit 35 Stimmen abgelehnt. Begründung: „Aus Sicht der Verwaltung rechtfertigen die Nachfragezahlen die Einrichtung einer Frauenberatungsstelle nicht." (Zitat aus der Niederschrift)

Ein solches Abwatschen unseres Antrages hätte es nie gegeben, wären mehr Frauen im Kreistag gewesen. Es ist aus meiner Sicht beschämend für die Frauen der CDU, dass sie die Interessen der Frauen in unserem Kreis nicht deutlicher vertreten haben. Denn mittlerweile dürfte es auch dem Letzten aufgegangen sein, dass die häusliche Gewalt gegen Frauen angestiegen ist. „Kein Bedarf!“. Das lässt mich noch heute ungläubig den Kopf schütteln. Die Frauenhäuser quellen über.

Wir haben als SPD-Faktion nicht locker gelassen. Unsere ASF (ARGE sozialdemokratischer Frauen) hat eine große Kampagne mit den JUSOS gestartet, eine Petition auf den Weg gebracht und eine Podiumsdiskussion organisiert. Heute, knapp 1,5 Jahre später brüstet sich der Landrat mit der Einrichtung der Frauenberatungsstelle.

Ob es mehr Frauen in der Politik braucht? Ganz klar: JA!

Braucht es dazu eine Quote? Gegenfrage: Braucht es sie nicht, um den Anteil der Frauen in der Politik zu erhöhen?

In den vergangenen 11 Jahren ist der Anteil von Frauen im Kreistag Heinsberg nicht deutlich angestiegen. Für meine Partei kann ich aber sagen, dass ich stolz darauf bin, dass unsere Listenplätze quotiert sind. Denn selbst wenn man es nicht unbedingt bräuchte, ist dadurch gesichert, dass Frauen in den Kreistag kommen. Sie sind so wichtig. Nämlich genauso wichtig wie unsere Männer. Und wenn sie dann im Kreistag sind, werden sie gerne zeigen, wie kompetent sie dazu auch noch sind.

 

PS: Bei diesem Text habe ich noch gar nicht darüber gesprochen, dass es auch nicht binäre Menschen gibt, die sich weder in die eine noch in die andere Kategorie sortieren lassen. Ich würde es als große Bereicherung empfinden „Them/They“ in unseren Reihen zu haben. Möglicherweise könnte das dazu beitragen, die „Übermacht“ der Männer in politischen Gremien weiter aufzubrechen und eine ganz andere Sicht auf „Geschlechter“ zu bekommen.

© Andrea Reh;  Alle Rechte vorbehalten. 

IMPRESSUM:  Verantwortlich für den Inhalt: Andrea Reh, Selfkantstraße 56, 52538 Gangelt-Harzelt